Die spirituelle Maske

Auf dem spirituellen Weg kann es passieren,

dass wir menschlich irgendwie erstarren.

 

Wir sind immer gut drauf,

halten uns mit Emotionen zurück

und zeigen immer unsere schöne – spirituelle – Seite.

 

Nie, nie zeigen wir unsere menschliche Seite.

Die Seite, wo wir manchmal wütend, verletzt, traurig, … sind.

Weil das „gehört“ sich nicht für jemanden, der spirituell ist.

Wir tragen die spirituelle Maske,

wissen auf alles eine Antwort – möglichst spirituell.

 

Haben so viel spirituelle Bücher gelesen,

so viel Wissen in uns reingezogen,

sind von Seminar zu Seminar gewandert.

Haben gelernt positiv zu kommunizieren.

Sehen immer das Gute im Schlechten.

Und wagen es nicht zu widersprechen,

wenn unser Gefühl etwas anderes sagt.

 

Weil wir neu-programmiert wurden.

Wir sind ja in einem Wandlungsprozess,

da wird manchmal alles übernommen.

Auch wenn es noch so viel bullshit ist.

Wir werden gebrainwasht,

das Gehirn wird umprogrammiert

(das meine ich wirklich, unser Gehirn verändert sich dadurch!!!)

und zutiefst unsicher und verletzlich,

weil wir mittlerweile davon überzeugt sind,

dass das der richtige Weg ist,

lassen wir uns viel gefallen,

plappern nach was andere – Gurus – sagen,

glauben es,

und hinterfragen wenig.

Und dabei entsteht dann die spirituelle Maske.

Die ihre menschliche Seite nicht sehen will und kann,

und schon gar nicht zeigen will.

 

Das scheint manchmal der Weg zu sein.

Doch auch diese Maske darf verschwinden.

Denn es ist so wie die andere Maske nur Illusion.

 

Und – oh weh – werden wir dann wieder völlig unspirituell?

Ja und nein.

 

Wer hinter den Vorhang geschaut hat,

wer gewagt hat,

über sich selbst hinauszugehen,

spielt das Spiel des Lebens mit.

Er zeigt sich wieder völlig menschlich

mit seinen Emotionen,

mit seinen „Fehlern“,

mit seinen „Problemen“,

und doch weiß er um das, was er wirklich ist.

 

Doch muss er erst den Mut und das Vertrauen gehabt haben,

bis über den Abgrund hinaus gegangen zu sein,

über sich selbst hinausgegangen sein,

denn sonst ist es immer noch eine Maske.

Immer noch ein Spiel in der Illusion.

 

Bist du dazu bereit?

Reicht es dir endgütlig?

Mit „es“ meine ich das Auf- und Abpendeln zw. „mir geht’s so unglaublich gut“

und „mir geht’s so scheiße“.

 

Meist sind wir erst dann für den Sprung in die Unendlichkeit bereit,

wenn wir wirklich alles satt haben,

wenn es total reicht.

Wenn wir die Schnauze voll haben.

Dann sind wir am verwundbarsten und so offen wie noch nie.

 

Dann wagen wir es.

Und springen.

Und sind erstaunt.

Erkennen plötzlich die Wunder und Geschenke.

Anstatt uns wie früher auf die Wunden zu konzentrieren.

Und dann sind wir plötzlich völlig menschlich.

Wie paradox!!!

 

Du weißt, dass du über diesen Punkt gegangen bist,

wenn du das Spiel in der Illusion

völlig unvoreingenommen mitspielst.

Und sich die vlt doch noch vorhandenen Ängste und Sorgen,

Stück für Stück wie von selber auflösen.

Dann bist du ein Geschenk für diese Welt!!!

* Alles wovon ich schreibe, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen *