EINER DER DEN HÖLLENRITT DURCH HAT

…hat leicht reden…

Sei es der Verlust eines geliebten Partners, des Jobs oder was auch immer.
Er kann sagen: „Genieß es“ so oft er will.

Vieles würde ich heute anders machen.
Eigentlich hatte ich schon vor vielen Jahren,
die Gelegenheit dazu.
Damals als ich plötzlich
nichts mehr essen konnte,
da mein Körper auf alles allergisch reagierte.
Damals hatte ich eine Chance,
die Dinge anders zu sehen.
Mich im Vertrauen zu üben
und einen völlig anderen Weg einzuschlagen.

Oder als ich meinen Partner verlassen habe.
Oder als mich meiner verlassen hat.
Immer und immer wieder hatte ich die Chance
zu vertrauen,
mich getragen und geführt zu fühlen.

Anstatt dessen bin ich in Panik verfallen,
hat mich die Angst gepackt.
Und mich Dinge sagen und tun lassen,
die ich im nach hinein bereut habe.

Es war Angst.

Angst davor nie wieder jemanden zu treffen,
den ich lieben konnte.
Nie wieder ein gutes Tiramisu essen zu können.
Die Angst zu verhungern und auf der Straße zu landen,
weil ich keinen Job mehr hatte.

All dies ist nicht eingetroffen!

Doch die Angst hatte mich so fest im Griff,
dass ich diese Zeiten nicht genießen konnte.
Mich der Trauer, der Wut über die Ungerechtigkeit, etc.
nicht hingeben konnte.

Eigentlich waren dies alles Chancen.
Chancen für ein neues Leben.
Ja und dem Leben war es egal.
Es brachte mir immer wieder solche Situationen.
Ihm war es egal ob ich Angst hatte.
Dem Leben war es egal ob ich litt.

Es forderte von mir.
Und ich musst mitgehen.
Wie schön wäre es gewesen,
wenn ich voller Vertrauen einfach Ja gesagt hätte,
zu dem was es mir brachte.

Heute sehe ich es anders.
Und kann leicht reden.
Doch jemand der noch nicht durch diese Hölle gegangen ist,
kann nur verständnislos den Kopf schütteln.

So sehr stecken wir in einem Hamsterrad.
Wenn dieses plötzlich – über Nacht – stoppt,
so kann es leicht geschehen,
in der Verwirrung hängen zu bleiben,
die sich danach zeigt.

Plötzlich stoppt es.
Plötzlich ist alles was wichtig war weg.
Das worüber wir uns definiert haben,
fällt weg.
Das verwirrt.
Verunsichert.

Wie schön, wenn wir da schon gelernt haben,
dem Leben zu vertrauen.

Kavitha – 2019