Über Frauengruppen …

… und die Wichtigkeit der Rolle des Mannes!

Immer mehr Frauen finden sich in Frauengruppen zusammen und genießen diese weibliche Art des Zusammenseins. Frauen sprechen anders, Frauen fühlen anders, Frauen denken anders. Und es gibt etwas was sie zutiefst verbindet. Ich nenne dies ein Wissen. Ein Wissen um etwas was viel größer ist als wir. Ein Wissen um etwas was alle(s) umfasst. Ihr Weitblick, ihr Überblick geben ihr Einblicke in dieses Wissen. Nicht umsonst sagen manche spirituellen Lehrer, dass die Frau das spirituelle Zentrum der Familie ist.

Drum scheint es mir unendlich wichtig, dass wir Frauen uns unserem weiblichen Prozess stellen. Dass wir uns diesem Wissen öffnen. Auf dem Weg in dieses – noch – Unbekannte, wenn auch Fühlbare, wird es nötig sein, all unsere Masken und Schablonen fallen zu lassen und aufzulösen. Wo könnte dies leichter geschehen als in einem Kreis von Gleichgesinnten? Da können wir in die Tiefe gehen. Und nicht nur jene Verletzungen klären, die uns von Männern zugefügt wurden (persönlich wie auch kollektiv), sondern natürlich auch das was wir Frauen uns untereinander angetan haben.

Manch ein Mann mag dabei das Gefühl – und auch die Angst haben – dass wir dabei im Männerhass, in der Ablehnung des Mannes stecken bleiben. Dass wir uns dazu zusammentun, um eine Front gegen die Männer aufzubauen. Ja, das kann passieren. Und ist passiert. Aber da es ein Prozess ist, geht es jetzt noch weiter bzw. tiefer. Wenn erst mal diese Männerhass-Hürde überwunden ist, und erkannt wurde, wie wichtig eigentlich die Rolle des Mannes in diesem ganzen Spiel ist, kann sich etwas Grundlegendes ändern. Die Energie kann sich drehen.

Dann hat die Frau erstens die Wichtigkeit und auch die Schönheit von Frauengruppen erkannt. Und auch wie wertvoll diese Zusammenkünfte sind. Nicht nur für sich selber, sondern auch für alle drum herum. Sie kommt wieder – oder vielleicht erstmals – in ihre Kraft!

Außerdem hat die Frau erkannt wie wichtig der Schutz und die Unterstützung durch den Mann ist. Denn er hat in diesem „Spiel“ eine ganz wesentliche Rolle. Die des Behüters, des Beschützers bis hin zum Versorger. Denn in dieser so sensiblen Zeit, tritt die Frau eine innere Reise an, die sie weit über ihre bisherigen Grenzen fordert, in der sie konfrontiert wird, mit Schmerz, mit Verletzung, mit (Selbst-)Verurteilung,…- persönlich wie auch kollektiv- und alles was da noch so auftauchen kann.

Damit sie diese Reise antreten kann, ist es für sie unendlich wichtig zu wissen, dass sie sich in dieser Zeit um nichts anderes als um sich selbst kümmern muss. Also dass – ganz praktisch gesprochen – die Kinder versorgt sind, dass sie mit Essen versorgt wird, etc. In dieser Zeit gibt sie ihr klassisches Rollenbild ab und dem Mann wird die Rolle zuteil, die normalerweise sie übernommen hat. Und dieser – zeitweise – Rollentausch scheint sich derzeit vollziehen zu wollen. Und dazu braucht es Männer, die dazu bereit sind, die Frau in ihrem Prozess zu unterstützen.

Die Frau hat da bereits die Wichtigkeit der Rolle des Mannes erkannt, und kann ihm ganz anders begegnen. Mit Respekt und Wertschätzung und doch auch mit einer völligen Klarheit! Zu faulen und unehrlichen Kompromissen ist sie jetzt nicht mehr bereit. Sie durchschaut Falschheit. Sie erkennt Wahrheit. Worte sind ihr nach wie vor wichtig. Aber noch wichtiger ist die Handlung! Faktische Handlung jedoch und tatkräftige Unterstützung – in Respekt und Wertschätzung ihr gegenüber – jedoch wird ihr Herz berühren.

Gelebte Gleichwertigkeit zeigt sich mir dann, wenn es ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen Frau und Mann gibt. Wenn der eine einspringt, wenn der andere ausfällt – weil er in einem wichtigen Prozess steckt. Und umgekehrt. Wenn alle Machtspiele ihr Ende gefunden haben. Dann kann etwas geschehen was unendlich wichtig ist.

Die Frau begibt sich auf ihre Reise. Der Mann hält den Raum. Sie lässt auf dieser Reise alles hinter sich was nicht mehr gebraucht wird, was ihr nie gehört und sie dennoch getragen hat. Sie entdeckt und erfährt sich völlig neu. Tiefes Wissen wird ihr offenbart. Und so kommt sie gereinigt und wie neu geboren zurück. An die Oberfläche. In das traute Heim. In voller Dankbarkeit und Liebe – denjenigen gegenüber, die dort auf sie gewartet haben.

Und sie weiß, sie tut es nicht nur für sich selber, sie geht diesen Weg für alle Frauen und auch für alle Männer. Und das ist für mich gelebte Gleichwertigkeit, gelebte Spiritualität in Partnerschaft.

Bild: Kiss of the Moon and the Sun :-), Pixabay