BEREIT ZU STERBEN?

Heute ist ein guter Tag zu Sterben.
Es ist ein guter Tag, dein „altes“, falsches Selbst hinter dir zu lassen,
und dem den Vortritt zu lassen, was du wirklich bist?

Du weißt nicht, was du wirklich bist?
Hi hi – das kannst du auch gar nicht wissen.
Du kannst es nur sein.

Möglicherweise muss sich vorher noch zeigen was du „auch“ bist.
Bist du bereit dich heute ganz zu zeigen?
All deine Seiten auftauchen zu lassen?
Auch deine Schatten hochkochen zu lassen?
Sie vielleicht sogar der Welt zu offenbaren.
Weil du es satt hast, sie zu verstecken?
Weil du deine Energie anderweitig verwenden willst?

Dann, ja dann, stirbst du ganz sicher.
Dich anderen so zu offenbaren, wie du „auch“ bist, ist ein großes Risiko.
Es birgt die Gefahr in sich, gestorben zu werden.
Verachtet.
Verurteilt.
Missachtet.
Ausgeschlossen.
Verbannt.
All das sind mögliche Konsequenzen, wenn du dich „wirklich“ zeigst.
Bist du bereit diese in Kauf zu nehmen?
Darum die Frage: Bist du bereit zu sterben?

In den vergangenen Tagen wurde ich immer und immer wieder getriggert.
Und fühlte ich: „Oh, da muss ich jetzt aufpassen, sonst verletze ich wieder wen.“
Ich kenn mich ja schon eine Weile.
Und ich weiß auch, dass meine Worte & mein Verhalten sehr verletzend sein können.
Aus meiner Sicht allerdings immer nur dann, wenn ich mir nicht mehr anders zu helfen weiß.
Mich gegen Übergriffigkeit anderer nicht anders wehren kann.

Gut also.
Ich spürte es schon die letzten Tage.
Und wenn ich dachte, dass es mit dem Feuerkreis vorgestern vorbei gewesen sei, dann hab ich mich gründlich getäuscht.
Da ich diese enorme Energie nicht halten konnte, suchte ich nach einem konstruktiven Ausweg, sie zu nutzen.
Ich hackte Holz.
Ich sägte.
Ich baute ein kleine Bank.
Räumte meinen Balkon auf.
Holte mir Schoki.
Alles half so ein bisschen.

Aber dann…
Dann kam, das was das Fass zum Überlaufen brachte.
Der Anruf meiner „Schwiegermutter“.
Und BAMM – da war es.
Alles tauchte wieder auf.
Der alte Zorn brach hervor.
Wieder wagte sie es sich, belehrend in mein/unser Leben einzumischen.
Hatte sie nicht damals alles bekommen was sie wollte und unseren Traum zerstört?
Damals hatte sie sich erfolgreich eingemischt.
Doch nie, nie wieder darf sie das.
Und das, ja das, bekam sie heute voll zu spüren.
Mein Sohn, der ja schon viele Seiten von mir kennt, war echt vollends überrascht über diesen Zornausbruch.
Diese Wut.
Diesen Hass.
Nicht viele Menschen kennen mich so.
Und das ist gut so.

Jetzt ist der ärgste Zorn gerade vorbei.
Und normalerweise läuft es so ab, dass ich dann in die Selbst-Verurteilung abdrifte:
„Oh das war jetzt aber gar nicht gut.
Du kannst doch mit ihr nicht so sprechen.
Welche Auswirkungen wird das jetzt auf meinen Sohn haben?
Was habe ich nur wieder angerichtet.
Welche Bestrafung werde ich dieses Mal erfahren?“
Aber weißt du was?
Nichts davon ist da.
Da ist einfach Stille.
Da ist auch keine Angst vor irgendeiner Bestrafung.
Keine Sorgen um meinen Sohn.
Nichts davon.
Null.
Niente.

Einzig die Erkenntnis:
Ich war bereit zu sterben.

Zu sterben für meine Grenze.
Zu sterben für mein Reich.
Sollen sie mich alle so mitbekommen.
Der Teil von mir, der sich gern als vollkommen und immer im Frieden zeigen möchte, ist dabei gestorben.
Der Teil, der in jeder Situation Ruhe bewahrt, ist in den Hintergrund gerückt, und musste jener unbändigen Kraft weichen, die zeigt, wo es lang geht.
Ein Teil des Selbst-Bildes ist gestorben.
Ein Teil des Bildes, das ich der Welt präsentieren will, ist gestorben.
Ist ja auch nicht wirklich schlimm.
Ist ja nur ein Bild.
Nur eine Vorstellung.
Das was ich wirklich bin, ist jenseits davon.
„Es“ sieht das ganze Schauspiel.
„Es“ gestattet Zornausbrüche.
„Es“ erlaubt Kraftausdrücke.
„Es“ bleibt davon unberührt, frei, weit, offen.
„Es“ muss sich nicht dafür bestrafen.

Wenn „Es“ es kann, kann ich es dann auch?
Was meinst du?
Kavitha – Ostern 2022

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