… oder wie ich es bezeichnen würde – Bindung mit allen Rechten & Pflichten.

„Wenn es kompliziert wird, dann bin ich weg“.

Bammm. Diese Aussage und auch die daraus folgenden Handlungen flashten mich total!

Dieses Mal kam es mal wieder von Außen. So einfach daher gesagt. Ein simples statement.

Für mich jedoch eine wahre Selbsterkenntnis!

Ma, wie gut ich das kenne, dass ich einfach keinen Bock habe.

Dass ich mich total in die Enge gedrängt fühle und da sicher nicht tiefer gehen mag.

Und doch gibt es für mich Bereiche – und in die werden wir offensichtlich immer wieder gedrängt – wo es kein Auskommen gibt. Kein Entrinnen.

Scheinbar vielleicht ja. Scheinbar können wir uns vorübergehend einer Verpflichtung entziehen.

Doch eigentlich, näher betrachtet bietet sich genau dadurch DIE Möglichkeit durch all das durchzugehen, was mich blockiert, mich daran hindert der oder die zu sein, die ich bin. Wirklich MEINES zu leben. Wie paradox!

Der Trend möglichst flexibel und frei zu sein, hat bewirkt, dass wir Menschen uns nicht mehr ganz auf etwas einlassen (können). Dass wir nicht mehr bereit sind tiefer zu gehen. Dass wir oft davor zurückschrecken eine Bindung einzugehen. Egal welche – Job, Partnerschaft,…

„Ich will nur frei sein“ bewirkt eine Ablehnung jeglicher Verpflichtungen. Es gibt kein commitment mehr. Bindung gibt es nur so lange es Spaß macht. „fun, fun, fun“ lautet da Devise!

Nur nix was eng machen könnte.

Nur nix was Veränderung bewirken könnte.

Doch damit ist auch Wachstum eingeschränkt.

Damit ist auch Tiefe von Erfahrungen eingeschränkt.

Denn „Nur bis hier her und nicht weiter“ lautet das Motto.

Weil „Wenn es kompliziert wird, bin ich weg“.

Kennst du das?

Das was dahinter steckt ist schlichtweg Angst.

Angst vor Zurückweisung, vor Ablehnung, vor Verantwortung, davor Fehler zu machen.

Ja wie viel leichter lebt es sich mit diesem Motto!

Und doch geht dabei etwas verloren.

Die Tiefe.

Die Schönheit der Tiefe.

Und auch die wahre Freiheit.

Der wahre Frieden.

Denn wahre Freiheit ist nur MIT dem was gerade ist,

nur MIT der Verpflichtung.

Jemand sagte mir: „Befreiung ist das Gegenteil von Verpflichtung.“

Doch genau das ist ja das paradoxe daran.

Das Leben bietet dir etwas an,

und du sagst „Nein, null Bock“.

Es würde eine Verpflichtung mit sich bringen,

die du nicht bereit bist einzugehen.

Doch ist es möglicherweise deine Bindung an deinen Seelenweg.

Deine Verpflichtung, deinem inneren Ruf zu folgen.

Dein commitment an dich selbst.

Du wirst ohnehin nicht ruhen (können)

und immer weiter suchen,

bis du wirklich in deiner Heimat (in dir selbst) angekommen bist.

Auf dem Weg dort hin,

wirst du immer wieder abbiegen (oder zumindest wollen),

wirst dich vor Verpflichtungen und Verantwortungen drücken wollen,

doch es ändert nichts daran,

dass du dich dazu bereit erklärt hast,

diesen Weg bis zum Ende zu gehen.

Deine Sehnsucht ist deine Verpflichtung.

Sie ist es, die dich triggert.

Sie lässt dich suchen.

Sie macht dich weitergehen,

auch wenn es noch so kompliziert scheint.

In so vielen Bereichen ist es möglich vor einer Verpflichtung wegzulaufen.

Aus der Ehe, aus dem Job, aus der Gruppe,…

Aber nehmen wir doch zum Beispiel den spirituellen Sucher.

Er sehnt sich nach Befreiung.

Nach Erleuchtung.

Nach Frieden.

Nach der Liebe.

Egal was er macht,

das ist es was ihn antreibt.

Es lässt nicht locker.

Er sucht und sucht.

Und es gibt Zeiten,

da mag er nicht mehr.

Da gibt er einfach auf.

Und doch treibt ihn dann wieder etwas an,

doch noch weiter zu suchen.

Würde er da Nein sagen,

könnte er ein „ehrbares und normales“ Leben führen.

Müsste sich diesen Dingen,

die diese Suche mit sich bringt, nicht stellen.

Es mag Zeiten geben,

in denen er sich ausruhen kann,

doch es wird – vor allem dann,

wenn er schon eine Erleuchtungserfahrung hatte –

nicht mehr loslassen.

Wo besteht bitte darin eine Freiheit?

Da gibt es keine Freiheit!

Da gibt es keinen freien Willen!

Ein weiteres Beispiel für ein echtes committment

ist für mich die Geburt eines Kindes.

Dies ist wohl der einzige Job,

der nicht zu kündigen ist.

Jedenfalls für mich gibt es da keine Option.

Da gibt es nicht den freien Willen

„Oh heute bin ich mal Mama,

aber ab morgen mag ich das nicht sein,

da schmeiße ich alles hin

und sorge nur noch für fun, fun, fun.“

(Nicht, dass ich diese Gedanken nicht hätte :-))

Da gibt es keine Freiheit.

Da ist volle Bindung.

So richtig kompliziert wird es dann,

wenn spirituelle Konzepte und Masken

ins Spiel kommen.

Anstatt einfach diese Bindung einzugehen,

und sich damit der Angst vor Enttäuschung, vor Fehlern,

vor Verantwortung, der Wut, den Sorgen,… zu stellen,

kommen sie,

die Konzepte und Ideen.

Und sie werden benutzt so wie es gerade passt.

Aber ich schweife ab.

Also „Wenn es kompliziert wird, bin ich weg.“

Sobald es ernst wird.

Sobald du verletzt werden kannst.

Verlassen. Enttäuscht. Wütend.

Bist du weg.

Was könnte denn dieses commitment Gutes haben,

habe ich mich da gefragt.

Es bietet die Möglichkeit,

Grenzen zu sprengen.

Aus der eigenen Komfortzone auszusteigen.

Es fordert. Ja.

Und es fördert auch.

Du hast die Chance echt zu werden.

Authentisch. Berührt.

Und ja – auch berührbar. Verletzlich.

Aber eben – echt!

Und doch sagst du:

„Wenn es kompliziert wird, bin ich weg.“

Wie verrückt! Welch ein Irrsinn!

So. Soviel zu mir und meinen Gedanken über commitment.

Und in welchem Bereich bist DU gerade gefordert eine Verpflichtung einzugehen?

Dich zu binden? Dich tiefer einzulassen?

Wo bist du bereits ein commitment eingegangen,

schreckst aber gerade noch davor zurück den nächsten Schritt zu wagen?

Kavitha ~ 2018~

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