… führt mitten hindurch.
Mitten durchs Herz.

So viel sei schon mal gesagt.

Du suchst nach einem Ausweg?
Wo willst du raus?
Was ist es, was du nicht mehr aushalten willst/kannst?

Ich wollte abhauen,
hab bereits allen Bescheid gesagt,
hab meine Wohnung gekündigt.
Nichts konnte mich aufhalten.
Es war beschlossen.

Doch es war ein Satz den mir damals jemand sagte,
der mich noch mal tiefer blicken hat lassen,
und dazu geführt hat,
da zu bleiben wo ich damals war.
Zumindest örtlich.

Der Satz lautete:
EGAL WO AUCH IMMER DU HINGEHST,
DU NIMMST DICH MIT!

Wow das hat gesessen.
Die Wahrheit dieser Aussage
traf mich mitten ins Herz.

Ja, das stimmt.
Ich kann abhauen,
kann fliehen,
doch das worum es wirklich geht,
nehm ich mit.
Egal wo auch immer ich hinreise,
egal wo auch immer ich landen würde,
ich bin immer mit dabei.

Es half kein Bitten und Betteln,
nicht mal Beten.
Ich musste durch das durchgehen,
worum es wirklich ging..
Um meine Ängste, meine Sorgen, meine Wut,
kurz: meine Gefühle.
All jene bisher sehr gut verdrängten und vertuschten Gefühle,
denen ich mich nicht stellen wollte.

Nein, ich hatte echt keinen Bock darauf,
diese Wut nochmal und nochmal zu erleben.
Und auch nicht diese Hilflosigkeit,
oder Verwirrung, wenn ich das Gefühl nicht benennen konnte.

Nein, also echt nicht.

Doch dieser eine Satz machte mir klar:
Ich muss mich diesen Gefühlen stellen.

Aber wie?
Eigentlich, wenn ich ehrlich bin,
wollte ich ein für allemal Schluss machen,
wollte nie wieder wütend sein,
mich nie wieder hilflos fühlen,
und nie wieder Angst haben.
Ich wollte es ein für alle Mal aufgelöst
und transformiert haben!

Die Unmöglichkeit dieses Unterfangens
wurde mir plötzlich bewusst.
Es wird immer Situationen in denen Angst da sein wird.
Auch Verwirrung, Wut, etc. werden immer wieder auftauchen.

Also ich blieb.
Blieb da wo ich war.
Es war meine Sadhana,
meine Übung.

Ich konnte nicht mehr davor davonlaufen,
musste mitten durch.

Und dann kamen sie,
schön langsam.
Eines nach dem anderen.
Meine Schatten krochen hoch.
Sie kamen hervor.
Und immer und immer wieder
gab es die Gedanken
davon laufen zu wollen.

Obwohl ich längst erkannt hatte,
dass dies überhaupt keinen Sinn machte.

Ich begann diesen Fluchtgedanken keine Beachtung mehr zu schenken.
Stattdessen packte ich meinen Werkzeugkoffer aus.
Hatte ich doch so vieles gelernt,
viele verschiedene Techniken.
Ich hatte so vieles erfahren,
vor allem vor, während und nach der Zeit in Indien.

Also wie gesagt, ich blieb.
Und ich blieb dran.

Nacht für Nacht kamen sie,
„meine“ Monster.
Eines nach dem anderen.
Und ich ging durch.
Ich ließ sie kommen.
Ich ließ sie da sein.
Es fühlte sich an,
wie in der Hölle.
Und immer wieder wollte ich aufgeben.
Doch da gab es kein Entrinnen.

Bis ich schlussendlich eines Nachts völlig aufgab.
Und den Energien ihren freien Lauf ließ.
Sie stiegen auf bis in mein Herz,
das zu explodieren schien.
Und stiegen weiter auf,
in meinen Kopf.
Dort hatte ich das Gefühl,
er würde zerspringen.
Und als es am allerschlimmsten war,
war es plötzlich wieder vorbei.

Ich musste fast schon lachen:
Ja, alles was kommt,
geht auch wieder vorbei.

Nichts bleibt,
und ich kann es nicht kontrollieren,
ob es kommt oder geht.
Ich kann nur damit sein,
was es mit mir tut.

Ich kann auch nicht kontrollieren,
ob es noch etwas mit mir tut,
oder ob es genau so schnell verpufft,
wie es gekommen ist.

Klar ist jedenfalls:
Der einzige Ausweg,
führt mitten durch.

Kavitha – 2020

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