Ich habe mir gestern diesen Film angeschaut. Um ehrlich zu sein, nur die erste Hälfte. Kennst du ihn? Es geht darum, dass du das Gesetz der Anziehung kennen und nutzen sollst, um all das Positive in dein Leben zu ziehen, das du dir wünschst. Es gibt dazu ja auch ein Buch, das ich vor – ich weiß nicht wie vielen Jahren – gelesen habe. Es gab mir damals Hoffnung. Und es brachte mir auch große Enttäuschung. Ebenso wie Erkenntnis.

Aber eines nach dem anderen.

Das Buch/der Film schlägt vor beim Universum Bestellungen abzugeben und dich bereits jetzt so zu fühlen, als wäre deine Bestellung bereits eingetroffen. Also der Postbote hat bereits geklingelt und überreicht dir dein schon sehnsüchtig erwartetes Geschenk. Tausend Mal hab ich es probiert. Doch es hat nicht so richtig funktioniert. Tausend mal hörte ich: „Du hast es dir nicht richtig gewünscht! Du hast es nicht richtig gefühlt.“ Wie auch immer – anscheinend hab ich immer was falsch gemacht. Jedenfalls bekam ich nicht immer auf Bestellung meinen Parkplatz vor dem passenden Gebäude. Frustration und Enttäuschung waren die Folge. Und die Bestätigung dafür, dass es bei mir halt einfach nicht funktioniert, dass alle anderen es besser können … die alte Leier halt. Kennst du vielleicht.

Gut wie auch immer. Natürlich endete meine Reise damals nicht. Und ich lernte viel über Dankbarkeit und so. Also wie wichtig es ist, dankbar zu sein für das was ist. Aber: Bitte jetzt mal ehrlich. Wenn ich grad voll im Mangel-Denken bin, dann fällt es mir echt, echt schwer dankbar dafür zu sein. Also ich weiß ja nicht ob du es kennst, aber manchmal weiß ich nicht wie wir über die Runden kommen sollen. An allen Ecken fehlt es. Und dafür soll ich dann dankbar sein? Und dann soll ich auch noch eingestehen, dass ich das alles selber hervorgerufen und geschaffen habe? Also echt. Spinn ich? Oder spinnen die anderen, die das alle behaupten und bei denen das ja alles so wunderbar funktioniert?

Und sicherlich wirkte auch immer eine Aussage von Ingrid – meiner langjährigen Kurs-in-Wundern-Lehrerin. Sie sagte immer: “Wenn du beim Universum eine Bestellung abschickst, zeigst du dem Universum deinen Mangel. Aber: Dankbar sein für das was jetzt bereits ist, das wirkt.“, so meinte sie damals.

Also fing ich an dankbar zu sein, wenn ich grad nicht so tief im Mangel war. Als es grad etwas leichter war. Mein Sohn und ich zählen täglich auf, wofür wir dankbar sind. Die frische Luft. Das warme Bett. Das gute Essen. Den lustigen Tag. Die freundliche Nachbarin. Das Lachen. Jeden Abend im Bett zähle ich unendlich viele Sachen auf. Mein Sohn zuerst nur 1 oder 2 Sachen. Doch irgendwann begann auch er unheimlich viele Dinge aufzuzählen, für die er dankbar ist. Welch ein Geschenk. Ich begann ein Dankbarkeits-Buch zu führen. Täglich notierte ich wofür ich dankbar bin.

Und wirklich, es ist so schön, mir dessen bewusst zu werden, wie glücklich ich sein kann. Wie sich in Wirklichkeit immer alles gut ausgeht.

Als ich noch in der Oneness University war, sprachen die Dasas immer davon, dass es wirklich unglaublich sein, wie alle Kräfte im Universum zusammen wirken würden. Und wie unfassbar genial das alles sei. Ehrlich gesagt, ja die Worte berührten mich damals. Und ich „verstand“ es auch. Aber fühlen konnte ich es damals nicht. Ich wäre doch die diejenige, die dafür zu sorgen hat, dass immer alles da sei. Ich wäre doch die diejenige, die Schuld daran hätte, wenn etwas nicht so rund gelaufen ist. Ich wäre doch verantwortlich für unser Glück. Etc. Ja davon war ich fest überzeugt. Und dann kann ich ja auch gut manifestieren… im Sinne des o.g. Filmes. Da gibt es ein Ich, dass es schafft, sich das richtig zu wünschen. Ein Ich, das immer alles bekommt, was es sich wünscht. Usw.

Da sich seit 2015 immer mehr Anhaftungen von mir lösen, sich immer mehr Identifikationen auflösen, meine „So-bin-ich-halts“ verschwinden, gibt es dieses „fixe“ Ich immer weniger. Dieses Ich ist immer das was gerade ist, das was die Situation gerade hervorbringt. Das mag jetzt für ein fixes Ich sehr seltsam, gefährlich und natürlich bedrohlich klingen. Ist es aber keineswegs. Und meines Erachtens genau der Weg, den die Menschheit zur Zeit einschlägt. Da ist reines Sein. Da ist Bewusst-Sein. Da geschehen Handlungen. Da werden Worte gesprochen.

Aber darauf will ich jetzt mal nicht genauer eingehen.

Jedenfalls sitze ich unlängst mit einer Freundin auf einer Bank. Plötzlich kam es wie ein Geistesblitz. WELCH EIN GESCHENK: WAS MUSSTE ALLES PASSEN, DAMIT WIR HIER JETZT SITZEN KÖNNEN? WAS MUSSTE ALLES SEIN, DASS ES SO IST WIE ES IST? Ja – es unfassbar, was alles sein hat müssen, für diesen einen Moment. Und weißt du was, das macht so richtig DEMÜTIG. Demütig dem Leben gegenüber. Demütig dem Universum gegenüber.

All die Arroganz, die Ignoranz, dass ich kleines Würmchen irgendetwas in der Hand hätte, irgendwelche Bestellungen irgendwo abgeben könnte und müsste (weil das Universum es ja nicht wüsste…) und sich das ganze Universum nach gerade mir richten würde … unfassbar, mit welchen Tricks wir daran glauben (wollen).

Wenn du da erst mal durch bist. Durch damit bist, dass sich das ganze Universum nach dir richten würde/müsste. Durch damit bist, dass du und das Universum getrennt wären. Durch damit bist, dass irgendetwas anders sein sollte oder könnte, als es gerade ist. Wenn du von deinem hohen Ross runtergestiegen oder runtergefallen bist, und das Geheimnis des Lebens erkannt, erfühlt, durchschaut… hast, dann … ja dann, kannst du munter darauf los bestellen oder auch nicht. In jedem Fall kannst du Wunder über Wunder bezeugen und bestaunen...

Kavitha – 2022

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